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„Adolf-Schmidt-Bildungszentrum“

 


XVIII/08

21.02.2014

IG BCE ehrt verstorbenen Vorsitzenden 

 

Im Andenken an die großen Verdienste des verstorbenen langjährigen IG-BE-Vorsitz-enden Adolf Schmidt hat die IG Bergbau, Chemie, Energie ihre Bildungsstätte in Haltern am See in „Adolf-Schmidt-Bildungszentrum“ umbenannt.

 

„Adolf Schmidt hat Bleibendes geschaffen, indem er einem tief greifenden Veränderungs-prozess Ziel und Richtung gab und so neue Zukunftsperspektiven eröffnete“, würdigte der IG-BCEVorsitzende Michael Vassiliadis die Lebensleistung von Adolf Schmidt. Vassiliadis unterstrich auf einer Festveranstaltung am Freitag (21. Februar) in Haltern, dass „Adolf Schmidt die treibende Kraft hinter dem Zusammenschluss zur Ruhrkohle AG war. Damit war die entscheidende Voraussetzung geschaffen, um den Strukturwandel in geordnete Bahnen lenken und sozialverträglich gestaltet zu können. Kein Bergmann ist ins Bergfreie gefallen.“

 

Die Benennung des Bildungszentrums nach Adolf Schmidt, so Vassiliadis, „ist auch der äußere Ausdruck einer festen inneren Verbundenheit. Hier in Haltern wird das fort wirken, wofür Adolf Schmidt stand.“

 

Adolf Schmidt ist im Alter von 88 Jahren am 26. November 2013 in Wattenscheid verstorben.

Schmidt gilt als einer der Väter der modernen Gewerkschaftsbewegung. 1965 wurde der gelernte

Grubenschlosser in den Vorstand der IG BE gewählt, von 1969 bis 1985 war er Vorsitzender der

Gewerkschaft. Seine Politik war von Pragmatismus, Verlässlichkeit, von der Bereitschaft zum

Konsens und von der Fähigkeit zum Kompromiss geprägt. „Wir machen mit anständigen Mitteln

anständige Politik für anständige Menschen.“ Dies war sein Leitmotiv für die alltägliche Gewerk-

schaftsarbeit.Durch sein Engagement, seine Kompetenz und seine Persönlichkeit hat Adolf Schmidt

weit über seinen Wirkungskreis hinaus große Anerkennung und hohe Achtung erfahren.

 

Mehr Infos: www.igbce.de

 

Das „Adolf-Schmidt-Bildungszentrum Haltern am See“ ist eine von drei zentralen Bildungsstätten der

IG BCE. Mehr als 200 Seminare und Lehrgänge finden hier jährlich statt, daran nehmen rund 6.000 

Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter teil. Zudem richtet das Bildungszentrum rund 100 

weitere Veranstaltungen im Jahr aus, vor allem Fachtagungen, Klausuren und gewerkschaftsinterne

Sitzungen.

 

1953 eröffnete die IG Bergbau ihre „Verbandschule“ in Haltern, seither wurde der Gebäudekomplex

mehrfach erweitert und modernisiert. Aus der einstigen Nachwuchsschmiede hat sich längst

ein teilnehmerorientiertes Bildungszentrum entwickelt. Haltern leistete und leistet wichtige Beiträge

zur Stärkung der Demokratie in Deutschland.

 

Mehr Infos: http://haltern.igbce.de/

 

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21 Februar 2014 | 09:35

Jülich bietet Vorkasse an

Prepaid-Zähler führen die Stadtwerke Jülich GmbH (SWJ) ein. Damit entsprechen die SWJ Wünschen von Verbraucherzentralen und Beratungsstellen.

 

 

"Der neue Prepaid-Zähler soll den Kunden helfen, die ganz genau mit ihrem Geld haushalten müssen. Kunden, die sonst bei der Jahresabrechnung häufig Probleme mit Nachzahlungen bekommen", begründen die SWJ ihren Vorstoss. Die SWJ löse damit ein Problem, das ihre Kunden hätten, aber auch ein eigenes. „Wir wollen Energie verkaufen. Wenn dann aber die Rechnung nicht gezahlt wird, müssen wir – nach dem üblichen Mahnverfahren – den Strom abstellen", berichtet Dr. Hildegard Hoecker, SWJ-Leiterin der Kundenberatung. „Das ist auch für uns unangenehm und verursacht hohe Kosten. Darum suchen wir immer nach Möglichkeiten, um dies zu vermeiden."

Die Installation des modernen Zählers ist für die Kunden kostenlos. Er funktioniert mit einer Prepaid-Karte. Die erhält der Kunde gegen Zahlung einer Kaution im Kundenzentrum der Stadtwerke. Er kann bar oder per EC-Karte bezahlen. Die Karte wird dann direkt von den Mitarbeitern der SWJ aufgeladen, der Kunde legt sie zu Hause auf den Zähler, und schon fließt der Strom. Die "Prepaid" kann während der offiziellen Öffnungszeiten des Kunden-zentrums geladen werden. Durch die Vorauszahlung werden Außenstände vermieden. Denn der Kunde bekommt exakt die Menge Strom, für die er bezahlt hat. "Dass er eine genaue Übersicht über Verbrauch und Restguthaben hat, ist schon ein großer Vorteil für ihn", urteilt Hildegard Hoecker. Das bestätigten kürzlich auch die Schuldnerberatung und der Sozialdienst katholischer Frauen. (hi)

 

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Handwerkerausgaben und Nebenkosten lassen sich von der Steuer absetzen
Steuerersparnis von 1.200 Euro pro Jahr
Arbeitsintensive Leistungen wie ein hydraulischer Abgleich
lohnen sich besonders

Berlin (ots) - Der Jahresbeginn ist die Zeit der guten Vorsätze - und der Steuererklärung. Die vom Bundesum-weltministerium geförderte Kampagne "Meine Heizung kann mehr" weist darauf hin, dass Arbeitskosten für Handwerker und die Nebenkosten der Wohnung als haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzbar sind. Das Finanzamt erstattet 20 Prozent der Lohnkosten einschließlich Mehrwertsteuer zurück. Pro Jahr und Haushalt können maximal Lohnkosten in Höhe von 6.000 Euro steuerlich geltend gemacht werden. Das ent-spricht einer Steuerersparnis von 1.200 Euro. Besonders lohnt sich das bei arbeitsintensiven Dienstleistungen wie einem hydraulischen Abgleich. Mit einer solchen Heizungsoptimierung werden Heizungsanlagen so einge-stellt, dass sich die Wärme effizient im Haus verteilt. Das ist bislang nur bei etwa 15 Prozent der Anlagen in Deutschland der Fall. Zusätzlich zur Steuerersparnis winken so in einem Einfamilienhaus Einsparungen bei den Heizkosten von durchschnittlich 110 Euro im Jahr. Der WärmeCheck auf www.meine-heizung.de zeigt Haus-eigentümern, was sie im konkreten Fall sparen können.

 

Detaillierte Rechnung und Überweisung sind Pflicht

 

Der hydraulische Abgleich kostet für ein Einfamilienhaus - je nach Zustand der Heizanlage - im Schnitt zwischen 600 und 1.000 Euro. Etwa die Hälfte davon sind Lohnkosten. Diese können in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden. Das entspricht einer Steuerersparnis von 60 bis 100 Euro. Um diese in Anspruch nehmen zu können, braucht der Hauseigentümer eine detaillierte Rechnung vom Handwerker, auf der die Lohnkosten extra ausgewiesen sein müssen. Zusätzlich muss der Auftraggeber nachweisen, dass er den Handwerker per Überweisung bezahlt hat. Barzahlungen werden vom Finanzamt nicht anerkannt.

 

Nebenkosten sind teilweise von der Steuer absetzbar

 

Neben den Lohnkosten für Handwerker können sich Mieter und Wohnungseigentümer auch einen Teil der Neben-kosten mit der Steuererklärung zurückholen. Das betrifft etwa die Ausgaben für Hausmeister, Gartenpflege, Schornsteinfeger, Winterdienst oder Hausreinigung. Absetzbar sind ebenfalls 20 Prozent der Lohnkosten. Dazu müssen die Lohn- und Materialkosten der jeweiligen Punkte in der Betriebskostenabrechnung aufgeschlüsselt sein.

 

Über co2online und "Meine Heizung kann mehr"

 

"Meine Heizung kann mehr" (http://www.meine-heizung.de) ist eine Kampagne der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online. Die bundesweite Kampagne wird vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert und von der Verbraucherzentrale Energieberatung unterstützt. Die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften ist wissenschaftlicher Partner. Gemeinsam mit einem branchenübergreifenden Netzwerk - mit Partnern aus Verbänden, Wirtschaft und Fachmedien - werden Verbraucher über persönliche Effizienzpotenziale informiert und motiviert, in Sachen hydraulischer Abgleich selbst aktiv zu werden.

 

 Quelle:

 Andreas Braun
 co2onlinegemeinnützige GmbH
 Hochkirchstr. 9 I 10829 Berlin

                                               

 

 

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Gerücht mit Sprengkraft

Die Meldung über die vermeintliche vorzeitige Aufgabe des Braunkohletagebaus Garzweiler kam pünktlich zu den anstehenden Koalitionsgesprächen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Braunkohletagebau.

Von  

 

Bedburg Einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“, wonach RWE schon 2018 statt wie bislang geplant erst 2045 aus dem Tagebau Garzweiler II aussteigen will, hat das Unternehmen dementiert. Was ist davon zu halten?

Den Tagebau Garzweiler in einigen Jahren aufzugeben, klingt zunächst plausibel. Die Braunkohleverstromung hat wegen ihrer Umweltschädlichkeit nach der Energiewende der Bundesregierung einen schweren Stand, das Image des „Klimakillers Nr. 1“ Braunkohle ist schlecht, zudem muss sich RWE schon seit Jahren mit einer Reihe von Klagen herumschlagen. Für Garzweiler II müssten auch noch einige Dörfer umgesiedelt werden – das ist teuer. Und: In Berlin muss eine neue Regierungskoalition gebildet werden. Da wird auch die Energiewende zum Thema. Gut möglich, dass RWE durch das Streuen des Gerüchts, das ja auch den Abbau von Arbeitsplätzen und den Verzicht auf milliardenschwere Investitionen einfasst, die eigene Position stärken will, damit die Braunkohle auch weiter eine Rolle spielt. RWE beschäftigt im Rheinischen Revier rund 10 000 Mitarbeiter – allein in Garzweiler II sind es rund 1750. Zudem geht es derzeit auch um die Genehmigung und die politischen Rahmenbedingungen für die Erweiterung des Braunkohlenkraftwerks Niederaußem. Gut möglich aber auch, dass andere Kreise die Meldung in die Welt gesetzt haben, um den Konzern in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen.

 

Wie ist der aktuelle Stand in Garzweiler?

Der Tagebau Garzweiler II steht noch ganz am Anfang. 2006 wurde er als Erweiterung des Tagebaus Garzweiler I aufgeschlossen, für 1900 Menschen in den Orten Immerath, Borschemich, Pesch und Lützerath hat die Umsiedlung bereits begonnen. 2016 soll eine zweite Umsiedlungsphase beginnen. Sie träfe mehr als 3000 Menschen in den Orten Keyenberg, Kuckum, Holzweiler, Berverath sowie Ober- und Unterwestrich. Auf der Fläche des geplanten Tagebaus Garzweiler II gibt es nach Angaben von RWE Power einen Vorrat von einer Milliarde Tonnen Braunkohle. Pro Jahr werden 35 bis 40 Millionen Tonnen gefördert. Etwa 2045 soll Schluss sein mit der Braunkohlegewinnung.

 

Könnte eine Planänderung für Garzweiler auch den Tagebau Hambach betreffen?

Für die Fortführung des Tagebaus Hambach hat RWE schon umfangreiche Investitionen in Millionenhöhe vorgenommen. Es ist deshalb kaum vorstellbar, dass der Konzern freiwillig auf eine Fortführung des Tagebaus verzichtet, obwohl dies von Bürgerinitiativen vor Ort gefordert wird und es gerade in letzter Zeit spektakuläre Widerstandsaktionen – etwa die Waldbesetzungen im Hambacher Forst – gegeben hat. So ist der Neubau der Autobahn 4 zwischen Kerpen und Düren schon weit fortgeschritten, nächstes Jahr soll die neue Trasse eröffnet werden. Die A 4 muss auf einer Strecke von über zwölf Kilometern verlegt werden, weil die alte Trasse durch das geplante zukünftige Tagebaugebiet führt. RWE hat sich an den Kosten für die Verlegung der A 4, die bei rund 150 Millionen Euro liegen, zur Hälfte beteiligt. Die Verlegung der Hambachbahn, deren Trasse ebenfalls durch das geplante Tagebaugebiet führt, ist von RWE schon alleine finanziert und umgesetzt worden. Kostenpunkt: 120 Millionen Euro. Auf der RWE-eigenen Hambachbahn soll die Kohle aus dem Tagebau noch bis 2040 in die Kraftwerke bei Niederaußem transportiert werden. Hier hat RWE erst 2002 ein neues Boa-Kraftwerk in Betrieb genommen, das 1,2 Milliarden Euro gekostet hat. Zudem ist die Umsiedlung des Ortes Kerpen-Manheim – Heimat von Formel-1-Legende Michael Schumacher – mit seinen rund 1500 Einwohnern im vollen Gange.

 

BUND fordert Stilllegung von Garzweiler
 

Naturschützer würden einen Aussteig aus Garzweiler II begrüßen: „ Die klimaschädliche Braunkohle ist keine Brückentechnologie sondern Altlast einer überholten Energieversorgung. Garzweiler muss stillgelegt und der klimaverträgliche Ausstieg aus der Kohleverstromung eingeleitet werden“, forderte Tina Löffelsend, Energie-Expertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Dirk Jansen, Geschäftsleiter des BUND in NRW stimmt dem zu: „Garzweiler II bedeutet einen unverantwortlichen Eingriff in Natur, Umwelt und soziale Strukturen. RWE darf die Tagebaubetroffenen nicht länger in Geiselhaft für ihre rückwärtsgewandte Konzernpolitik nehmen.“ Die Braunkohlenpläne müssten rasch so geändert werden, dass den Menschen die Zwangsumsiedlungen erspart blieben. (ksta)

 

Warum ist Kohleabbau weniger attraktiv als früher?

Früher gab es in guten Zeiten 55 bis 60 Euro pro Megawattstunde Strom für die Erzeuger. Jetzt sind die Börsenstrompreise unter anderem wegen des großen Angebots an Wind- und Sonnenstrom auf 37 bis 38 Euro für die Einheit abgesackt. An sonnigen und windigen Tagen gibt es einfach zu viel Strom und Ökostrom hat Einspeisevorrang ins Stromnetz. Monat für Monat erreichen neue Stilllegungsanträge die Bundesnetzagentur. Inzwischen sollen 26 Kraftwerksblöcke (Kohle und Gas) mit einer Leistung von 6735 Megawatt in Deutschland eingemottet werden, weil sich ihr Betrieb nicht mehr lohnt. Stuft die für die Versorgungssicherheit in Deutschland zuständige Behörde die Anlagen aber als systemrelevant ein, müssen sie gegen Entschädigungen in Bereitschaft gehalten werden. Groß ist aber das Risiko des Braunkohle-Geschäfts: Denn wenn die Preise für Verschmutzungsrechte, die bisher bei wenigen Euro pro CO2-Zertifikat liegen, deutlich angehoben würden, könnte die CO2-intensiven Braunkohle schnell komplett unwirtschaftlich werden.

 

Was tut RWE in der Region, um den sinkenden Einnahmen entgegenzuwirken?

Gerade erst hat der RWE-Konzern angekündigt, Einsparungen in Höhe von 150 Millionen Euro vornehmen zu wollen. Kein Standort bleibe dabei außen vor. So stehe etwa die Stromerzeugung in Revier ebenso auf dem Prüfstand wie die beiden Firmenzentralen in Köln und Essen. Klar sei dabei auch, dass die Einsparsumme nur mit Personalabbau erreicht werden könne.

 

Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 09. Oktober 2013

 

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 Guter Tag für die Belegschaft

KRAFTWERKSNEUBAU Im dritten Anlauf bekommt RWE Power Planungssicherheit

 

VON NORBERT KURTH

 

Bergheim-Niederaußem/Köln. Zweimal, 2003 und 2007, hat der Regionalrat bei der Kölner Bezirksregierung die Änderung des Regionalplans auf Antrag von RWE Power abgelehnt. Zu groß, zu viel Flächenverbrauch, zu viele Rauchschwaden. Das, so hatte der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Stefan Götz, damals gesagt, entspreche nicht den Zielen zum Kraftwerkserneuerungsprogramm. Am Freitag hat das Gremium nun mit breiter Mehrheit grünes Licht für den Bau eines neuen Braunkohlekraftwerksblocks auf einer Fläche von 23 Hektar in Bergheim-Niederaußem gegeben. "Die Entscheidung stellt die Voraussetzung zur Fortführung der Kraftwerkserneuerung im Rheinischen Revier dar", kommentierte Lars Kulik, Leiter der Braunkohlenplanung bei RWE, die Entscheidung. Während Umweltschützer vor der Kölner Bezirksregierung gegen die Planänderung protestierten, herrschte im Plenarsaal bei SPD, CDU, FDP und Freien Wählern Übereinstimmung.

 

Keine Bauentscheidung

 

Nur Grüne und Linke widersprachen der Planänderung. Für RWE Power ist damit eine wichtige Hürde auf dem Weg zum Bau des neuen Braunkohlenkraftwerks mit optimierter Anlagentechnik der neuesten Generation (BoAPlus) gefallen. Ob das 1000-MW-Kraftwerk, das alte 300-MW-Blöcke gleicher Kapazität ablösen soll, tatsächlich gebaut wird, steht damit längst nicht fest. Falls auch die folgenden Hürden, die kommunale Bauleitplanung und ein Verfahren nach Bundesemissionsschutzgesetz, noch genommen werden, entscheidet allein die Wirtschaftlichkeit über das Projekt. Vor Ende 2014 sei daher nicht mit einer Entscheidung zu rechnen, so Kulik.

 

Sollte der Bau aber beschlossen werden, würde der Doppelblock voraussichtlich 2017 den ersten Strom ins Netz liefern. Zufrieden mit der Entscheidung zeigt sich der Landtagsabgeordnete und Kreisparteivorsitzende der Rhein-Erft-SPD, Guido van den Berg. "Angesichts der Energiewende brauchen wir Kraftwerke, die flexibel einspringen können, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht." Das Kraftwerk reduziere den Kohlendioxid-Ausstoß bei gleicher Stromerzeugung um drei Millionen Tonnen gegenüber den Altanlagen.

 

Nur mit Braunkohle

 

"Das ist eine Entscheidung, über die wir alle sehr froh sind", sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Willi Zylajew. "Die Energiewende kann nur mit der Braunkohle vollzogen werden." Zylajew hofft, dass RWE bei der Auftragsvergabe daran denkt, "dass diese Region auch Lasten trägt". Harald Könen, der Vorsitzende des Betriebsrats im RWE-Kraftwerk Niederaußem, spricht von "einem guten Tag für die Kraftwerksbelegschaft". Das Kraftwerk diene der Sicherung der Arbeitsplätze für mehrere Jahrzehnte und der Umwelt, weil die alten Anlagen abgeschaltet würden. Könen sieht gute Chancen für den Kraftwerksbau: "Wir werden die regenerativen Energien weiter nach vorne treiben. Die Braunkohle bleibt dabei eine wichtige Stütze." Umweltschützer, Linke und Grüne hatten gegen den Beschluss protestiert. Für die grüne Jugend im Kreis ist die gefällte Entscheidung "kaum zu fassen."

 

Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 6. Juli 2013 

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Elsdorf will einen größeren Batzen

Die Gewerbesteuer von RWE Power soll zwischen den Kommunen neu aufgeteilt werden. Elsdorf hat die bisherige Vereinbarung gekündigt und fordert nun mehr Geld, da die Belastungen durch den Tagebau für Elsdorf größer werden. Von Britta Wonnemann

 

Elsdorf/Kerpen. Die Gewerbesteuer von RWE Power für den Betrieb des Tagebaus Hambach soll zwischen den angrenzenden Kommunen neu aufgeteilt werden. Dazu soll es eine neue Zerlegungsvereinbarung geben. Die bisherige war vor einigen Jahren von Elsdorfer Seite aus gekündigt worden. „Wir sind bei der Verteilung benach-teiligt worden“, sagte Bürgermeister Wilfried Effertz. Nach dem Aufschluss des Tagebaus 1978 war zunächst Niederzierer Fläche betroffen, aber mit den Jahrzehnten bewegte sich die Grube nach Osten und zunehmend auf Elsdorfer Gebiet.

 

 

Der Tagebau Hambach beansprucht inzwischen etwa ein Drittel der Elsdorfer Fläche.

Darum will die Stadt künftig mehr Anteil an der Gewerbesteuer von RWE Power haben -

wenn diese denn fließt. - Bild: Wonnemann

 

Ein Drittel des Stadtgebietes

 

Heute sei ein Drittel des Stadtgebietes betroffen, betonte Effertz. Die Umwelt- und Lärmbelastungen für Elsdorf nähmen immer mehr zu. Dem solle nun auch bei der Verteilung der Gewerbesteuer Rechnung getragen werden – wie sie auch ausfallen mag, denn sowohl Elsdorf als auch Niederzier bekamen 2012 keine Vorauszahlungen.

 

Über die neue Zerlegung führte Effertz Gespräche mit dem Niederzierer Bürgermeister Hermann Heuser, auch ein Mediator wurde hinzugezogen. Heraus kam, dass Niederzier weiter den größten Anteil an Gewerbesteuer bekommen, aber auf einen bestimmten Betrag zugunsten von Elsdorf verzichten soll. Auf Niederzierer Gebiet befinden sich Werksanlagen wie die Haupteinfahrt in den Tagebau und der Kohlebunker. Aber auch Kerpen und Merzenich werden für die gemeinsame Vereinbarung an den Tisch geholt. Die beiden Kommunen werden künftig stärker als bisher vom Tagebaubetrieb betroffen sein, weil die Abbaufläche näher rückt. Die Ortsteile Manheim und Morschenich müssen weichen.

 

An dem Text der Vereinbarung werde zurzeit gearbeitet, berichtete Effertz. Er muss dann von den Räten der Kommunen verabschiedet werden. Konkrete Zahlen, wie die Gewerbesteuer zerlegt werden soll, nannte der Bürgermeister nicht – die Beratungen sind üblicherweise nicht-öffentlich.

 

Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 6. April 2013

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Aus Strom wird Gas

 

 

RWE Power erforscht in Bergheim-Niederaußem jetzt die Umwandlung überschüssigen Stroms. Auf diese Weise könnte die von Windrädern erzeugte Energie unabhängig vom Wetter abgerufen werden. Von Norbert Kurth
 
Bergheim-Niederaußem. Wenn Wasser in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff zerlegt wird und dieser Wasserstoff mit Kohlendioxid reagiert, entsteht Gas. Nicht irgendein Gas, sondern Methan, Hauptbestandteil von Erdgas. Wenn das bei der Reaktion entstandene Wasser abgetrennt ist, bleibt Erdgas übrig. Genau dieses Prinzip will RWE Power jetzt genau erforschen. Ziel ist es dabei, überschüssigen Strom, etwa aus Windanlagen in Gas umzuwandeln und zu speichern.
 

Es klingt zwar paradox, aber um den Strom aus Erneuerbaren zu speichern, braucht es bei diesem Modell das als klimaschädlich geltende Kohlendioxid (CO2), das bei der Verbrennung von Braunkohle entsteht. RWE Power will es genau wissen und will am Innovationszentrum des Kraftwerks Niederaußem eine Testanlage für die Herstellung des Gases installieren. Denn nur am neuen Braunkohleblock mit optimierter Anlagentechnik gibt es eine Rauchgaswäsche, bei der CO2 in reiner Form abgeschieden wird. Bereits Anfang November soll die Versuchsanlage in einem Container installiert und in Betrieb genommen werden. „Mit dem weiteren Ausbau der Regenerativen wird es immer wichtiger, diese überschüssige Energie speichern zu können, um sie etwa bei Dunkelheit oder Windflaute abrufen zu können“, sagt Dr. Reinhold Elsen, Leiter Forschung und Entwicklung bei Power.

 

Eine Möglichkeit: Das aus überschüssigem Strom mittels Kohlendioxid-Reaktion hergestellte Gas wird in das normale Erdgasnetz eingespeist oder in überirdischen Gasspeichern gelagert, eine Art Riesenakku. Steigt der Strombedarf, etwa abends, oder der Wind weht einmal nicht, kann das Gas eine Turbine antreiben und so Strom erzeugen. Das erzeugte Gas kann aber auch für die Wärmeerzeugung genutzt werden – von allen, die einen Gasanschluss haben.

 

„Gas“, findet Elsen, „ ist ein optimales Speichermedium, weil es problemlos in das vorhandene Netz eingespeist werden kann.“ Damit H2 (Wasserstoff) und CO2 aber reagieren können, müssen spezielle Katalysatoren eingesetzt werden. Die Tests in der Anlage sollen klären, ob das Kohlendioxid aus Braunkohle zur Gaserzeugung wirklich geeignet ist und ob die verfügbaren Katalysatoren über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden können. Darüber hinaus versprechen sich die Experten Aufschluss über die Erzeugung von Methanol aus Wasserstoff und Kohlendioxid.

 
Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 20. Oktober 2012

 

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Hartung führt neue RWE Generation

Matthias Hartung übernimmt den Vorstand der europäischen Aktiengesellschaft RWE Generation SE. Das neue Unternehmen wird alle konventionellen Kraftwerke in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden verwalten.

Den ganzen Artikel finden Sie hier

 

Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 4. Oktober 2012

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Konzernumbau

Angst um die Mitbestimmung

Neben dem angekündigten Abbau von gut 8000 Arbeitsplätzen bei RWE sind über 2000 weitere Jobs bedroht. Diese Ankündigungen und die geplante Gründung einer Europäischen AG beunruhigt die Gewerkschafter.

Von Norbert Kurth

 

Rhein-Erft-Kreis. Der Abbau von gut 8000 Arbeitsplätzen war bereits mit dem Programm „RWE 2015“ angekündigt. Aber schon Anfang Juli sprachen Gewerkschafter von Verdi und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) von zusätzlich mehr als 2000 Stellen, die dem Rotstift oder einer Verlagerung ins Ausland zum Opfer fallen könnten. Mitte der Woche bestätigte Konzernchef Peter Terium die Befürchtungen der Gewerkschafter: „Die Umsetzung des Programms RWE 2015 bedeutet, dass zusätzlich zu den im Herbst vergangenen Jahres angekündigten Maßnahmen konzernweit rund 2400 Arbeitsplätze verlagert oder ausgelagert werden.“ Verdi hatte dazu bereits Mitte Juli Stellung genommen. Hans Peter Lafos vom Landesbezirk erklärte dazu: „Das ist mit uns nicht zu machen.“

 

Die neuerlichen Ankündigungen und die geplante Gründung einer neuen Aktiengesellschaft auf europäischer Ebene, in der die konventionellen Steinkohle- und Gaskraftwerke aus Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien gebündelt werden sollen, beunruhigen die Gewerkschafter zunehmend. Das wurde jetzt auch bei der Vollkonferenz der IGBCE-Vertrauensleute in Alsdorf, an der 240 gewählte RWE-Mitarbeiter aus allen Bereichen des Unternehmens teilnahmen, mehr als deutlich. Die IGBCE lehnt eine Verlagerung von Arbeitsplätzen in Ausland strikt ab, ebenso das Auslagern ganzer Unternehmensteile oder einzelner Abteilungen (Outsourcing). Mit Argwohn betrachten beide Gewerkschaften die Bildung der angekündigten Europa-Gesellschaft, die vom bisherigen Chef der RWE-Technology, Matthias Hartung aus Bergheim, geführt werden soll. Ab Januar soll sie mit Sitz in NRW als SE (Societas Europaea) die konventionellen Kraftwerke bündeln. Nicht wenige in den Gewerkschaften glauben, dass die RWE-Führung damit die Mitbestimmung zumindest zum Teil ausschalten will. „Mit der Rechtsform der SE wird die Montanmitbestimmung der RWE Power ausgehöhlt“, heißt es dazu in einer offiziellen Stellungnahme der IGBCE.

 

Für Gewerkschafter und viele Mitarbeiter wäre die Abschaffung der Montanmitbestimmung eine Kampfansage. Auch wenn Terium die „mehr als einhundertjährige sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit“ im RWE-Konzern lobt. Die Verhandlungsführer stehen vor schwierigen Fragen, denn klar ist etwa für Manfred Maresch, dass „alle Facetten der Unternehmensmitbestimmung neu verhandelt werden müssen“. Zunächst werde ein Gremium gebildet, das den Rahmen der gewünschten Mitbestimmung festlegt. Peter Lafos: „Das ist eine unserer Forderungen. Die RWE Power AG, zukünftig für Tagebaue, Braunkohlekraftwerke und Atomenergie zuständig, bereitet den Gewerkshaften ebenfalls Sorgen. Denn das Unternehmen soll der SE untergeordnet werden und rückt damit ein Stück von der Muttergesellschaft in Essen weg. Der SE sollen RWE Power mit der Braunkohle sowie die niederländischen und britischen Gas- und Steinkohlekraftwerke als jeweils eigene Unternehmen untergeordnet werden. Damit die Mitbestimmung in allen Bereichen erhalten bleibt, hatte Verdi schon im Juli die Richtung vorgegeben: Anwendung des deutschen Mitbestimmungsgesetzes, paritätischer 20er Aufsichtsrat und ein Arbeitsdirektor im Vorstand.

 

Quelle: Kölner-Stadtanzeiger vom 17. August 2012

 

Kommentar

Zum Arbeitsplatzabbau bei RWE

Von Jürgen Koch

Zwischen Profit und Akzeptanz

Das Bekenntnis der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zur Braunkohle bei der Inbetriebnahme der neuen BoA-Blöcke in Neurath war deutlich: Die Landesregierung begrüßt neue Kohlekraftwerke. So klar hat man das von einer Landesregierung selten gehört. Und selbst der Bundesumweltminister, der eigentlich die Energiewende voranbringen soll, stieß ins gleiche Horn. Über mangelnde politische Rückendeckung kann sich RWE diesmal nicht beklagen.

 

Gerade von der Sozialdemokratin Kraft gab es aber auch eine deutliche Warnung an die Konzernspitze, die Arbeitsplätze nicht aus dem Auge zu verlieren. Seit 20 Jahren werden im Konzern Stellen gestrichen. Rheinbraun hatte mal 15 000 Mitarbeiter, RWE Power heute rund 11 000.

 

 

Bei allem Verständnis für den Kostendruck, den die Konzernspitze sich ausgesetzt sieht: Jeder Arbeitsplatz weniger mehrt zwar den Profit des Unternehmens oder erhält – je nach Sichtweise – dessen Wettbewerbsfähigkeit. Jeder Arbeitsplatz weniger schmälert aber auch die Akzeptanz der Braunkohle.

 

Irgendwann ist sie so gering, dass Wettbewerbsfähigkeit und Profit bedroht sind. An diese Grenze will sich RWE doch wohl nicht herantasten?

 

Quelle: Kölner-Stadtanzeiger vom 17. August 2012

 

Schreiben der IG BCE Ortsgruppe Elsdorf an Peter Terium

 

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Stärkerer Arbeitsplatzabbau befürchtet 

Der Energiekonzern RWE plant alle Kraftwerke in einer Europäischen Aktienge-sellschaft zu bündeln. Im „Projekt RWE 2015“ ist auch von Ausgliederungen die Rede. Gewerkschaften befürchten, dass mehr Jobs auf dem Spiel stehen als an-genommen.

Von Norbert Kurth

Rhein-Erft-Kreis -  Der RWE-Konzern und mit ihm der Kohleverstromer RWE Power stehen vor größeren Veränderungen. Nach Angaben der Gewerkschaften Verdi und Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) stehen dabei weit mehr Arbeitsplätze auf dem Spiel als bisher angenommen. Unter dem Titel „Projekt RWE 2015“ ist auch von Ausgliederungen und von der Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland die Rede. Die geplanten Einsparungen sollen dem Vernehmen nach bei mehr als einer Milliarde Euro liegen. 

 

Die Gewerkschaften fürchten um die Tarifbindung und um den Verlust von Standards. Anfang August will der Konzernvorstand Entscheidungen treffen. Die Gewerkschaften haben ihre Zustimmung von einer Reihe von Bedingungen abhängig gemacht. Denn so wie die Konzernlenker sich die Neuord-nung ursprünglich vorgestellt haben, „ist das mit uns nicht zu machen“, heißt es bei Verdi.

 

Kernpunkt der Neuordnung im Konzern ist wohl die Gründung einer neuen Erzeugungsgesellschaft. Nach Vorstellungen von RWE soll die Sparte Energieerzeugung in einer Europäischen Aktiengesell-schaft SE (Societas Europaea) gebündelt werden. Damit wären alle Kraftwerke in den Niederlanden, in Großbritannien und in Deutschland automatisch Töchter einer SE. Das Unternehmen RWE Power bestünde dann nur noch aus den Tagebauen und aus den auslaufenden Kernkraftwerken.
  

Betroffen sind in erster Linie Mitarbeiter aus den Bereichen Finanzen, Gebäudemanagement, Einkauf, Arbeitssicherheit, Personal und dem IT-Bereich. Die Gewerkschaften befürchten die Zentralisierung dieser Querschnittsbereiche und den Verlust von Arbeitsplätzen. Wie aus Gewerkschaftskreisen zu hören ist, sollen etwa 700 Arbeitsplätze aus den genannten Bereichen nach Tschechien verlagert werden. Für alle RWE-Unternehmungen ist die Verlagerung von etwa 2000 Arbeitsplätzen im Gespräch.

 

Bereits seit April sind die Gewerkschaften alarmiert. Während der Verhandlungen zum Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung hätten die Vertreter der Arbeitgeber deutlich gemacht, dass der Vertrag nicht mehr für alle RWE-Betriebe gelten solle. Zudem wollten die Arbeitgeber sich die Möglichkeit vorbe-halten, doch betriebsbedingte Änderungskündigungen auszusprechen. In einer Mitteilung von Verdi an die Mitarbeiter hieß es anschließend: „Das wird von uns abgelehnt. Wir lassen eine Spaltung der Tarifgruppe RWE nicht zu.“ 

Hoffen auf Verhandlungen 

Die Betriebsräte sind eher zugeknöpft. Viele hoffen, auf dem Verhandlungsweg noch einiges erreichen zu können. Der Vorstand habe bereits zugesagt, die SE in Deutschland zu gründen. Und in der Verlag-erung von Arbeitsplätzen nach Tschechien sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. Der stellver-tretende Gesamtbetriebsratsvorsitzende Manfred Holz ist zuversichtlich. „Die Stimmung ist zwar ange-spannt, wenn man auf Entscheidungen wartet. Aber ich bin überzeugt, dass wir mit dem Vorstand eine gute und sozialverträgliche Lösungen finden.“ RWE Power wollte am Freitag keine Stellungnahme abgeben. 

 

Quelle: Kölner-Stadtanzeiger vom 21. Juli 2012 

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Stromnetz stand vor dem Kollaps

ENERGIE: Kraftwerke fuhren Produktion herrunter, weil die Gaslieferung unter-brochen war

von Jakob Schlandt

 

Deutschlands Stromnetz wäre im Februar beinahe zusammengebrochen Insbesondere in Süddeutsch-land konnte kaum genug Strom produziert werden. Reservekraftwerke in Österreich und Notfallak-tionen der Netzbetreiber verhinderten den Crash.

 

Im Februar stand Deutschlands Stromnetz nah am Kollaps: Vor allem in Süddeutschland konnte kaum noch genug Strom produziert werden, um den hohen Bedarf zu decken. Nur Reservekraftwerke in Österreich und Notfallaktionen der Netzbetreiber verhinderten den Zusammenbruch. Schon der Ausfall einer Höchstspannungs-leitung oder eines wichtigen Trafos hätte einen großen Stromausfall verursachen können. Nun hat sich heraus-gestellt: Es gab mehr als genug Kraft-werke. Doch ausgerechnet in dieser kritischen Lage fuhren viele Gaskraft-werke ihre Turbinen herunter, weil ihnen nicht mehr genug Brennstoff geliefert wurde.

 

Details zu den Gründen liefert nun eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag, die der Frankfurter Rundschau vorliegt. Darin werden neun Gaskraftwerke vor allem in Süddeutsch-land aufgelistet, die rund um den besonders kritischen 13. Februar ganz oder teilweise außer Be-trieb genommen wurden. Laut Bundesnetzagentur trug das entscheidend zur Destabilisierung des Strom-netzes bei, es fehlten dadurch genau im kritischen Zeit-raum im Februar 1.350 Megawatt Erzeugungskapazi-tät. Das ist mehr, als die Notkraftwerke in Österreich leisten konnten.

 

Grund für die Ausfälle sind die Gaslieferverträge der Kraftwerke. Viele Anlagen haben Vereinbarungen geschlos-sen, bei denen sie Gas günstiger bekommen. Dafür haben sie sich damit einverstanden erklärt, dass ihnen hin und wieder das Gas einfach abgedreht werden kann. Für die Netzbetreiber haben die Verträge den Vorteil, dass sie bei Engpässen zum Beispiel die Privatkunden vorrangig beliefern können. Nach Ein-schätzung des Bundes-verbands Neuer Energieanbieter (BNE) reduzieren sie damit auch ihre Kosten, weil sie so mehr Gas-lieferverträge abschließen können. Bis zum vergangenen Winter waren die Verträge kein großes Thema – doch unter anderem durch die Abschaltung der alten Kernkraftwerke ist die Situation im Stromnetz enger geworden.

 

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer spricht nun von einem „Treppenwitz“ und beklagt, dass die Verträge dazu geführt hätten, dass Deutschland an den Rand eines großen Stromausfalls gelangt sei.

 

Neue Regeln

 

Die beteiligten Unternehmen warten nun auf neue Regeln. Der Gasnetzbetreiber OGE, der die Mehrzahl der Kraft-werke beliefert, verweist darauf, nicht gewusst zu haben, welche Kraftwerke für die Sicherheit des Stromnetzes entscheidend waren: „Die von den Transportunterbrechungen betroffenen Kraftwerke waren zum damaligen Zeitpunkt nicht systemrelevant“, teilte ein Sprecher mit.

 

Die Bundesnetzagentur, die ja für die Sicherheit des Stromnetzes sorgen soll, bemüht sich, Lösungen zu finden. Schon im Mai legte sie einen ausführlichen Bericht einschließlich Verbesserungsvorschlägen vor. Dabei muss  aber die Politik mitspielen. Die Netzagentur fordert eindringlich zu Gesetzesänder-ungen auf. So müssten die Gasnetzbetreiber dazu verpflichtet werden, den sicheren Betrieb des Stromnetzes zu ermöglichen. Notfalls sollen auch Zwangsmaßnahmen legalisiert werden. Zudem müssten die Besitzer der Kraftwerke sich dazu verpflichten, neue und sicherere Gaslieferverträge abzuschließen.

 

Eile wäre geboten. Denn bis zum nächsten Winter, bei dem das Gas knapp werden könnte und damit wieder die Stromversorgung auf dem Spiel steht, bleibt nicht mehr viel Zeit. Die Bundesnetzagentur warnt davor, „sehenden Auges“ einen langandauernden, weiträumigen Stromausfall in Kauf zu nehmen.

 

Doch aus der Anfrage der Grünen geht hervor, dass das Wirtschaftsministerium die Vorschläge bislang lediglich prüft. Passiert ist noch nichts, neue Gesetze werden derzeit nicht ausgearbeitet. Oliver Krischer spricht deshalb von fahrlässigem Verhalten und fordert die Bundesregierung auf, endlich Strom- und Gasnetz zu verknüpfen und aufeinander abzustimmen. „Es muss endlich gehandelt werden“, sagt Krischer.

 

Quelle: Kölner-Stadtanzeiger vom 16. Juli 2012 

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Hambachbahn erkundet

TAG DER OFFENEN BAUSTELLE: RWE und Landesbetrieb informierten

VON WILFRIED MEISEN

 

Kerpen. Extra ein paar Draisinen - also Hilfsfahrzeuge auf Schienen - hatte das Unternehmen RWE Power besorgt, um beim "Tag der offenen Baustelle" etwas Besonderes bieten zu können: Die Bürger, die gekommen waren, konnten so gleich selber eine Fahrt auf der neuen Hambachbahntrasse unternehmen, die wegen des vordringenden Tagebaus verlegt werden muss. Gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßen hatte RWE alle Bürger aus Buir, Manheim, Morschenich und Geilrath in ein Festzelt am neuen Hambachtunnel bei Manheim eingeladen. Bei Live-Musik, frischen Getränken, Bratwurst und Pommes Frites konnten sie sich dort über den Stand der Bauarbeiten an der Hambachbahn und an der Verlegung der Autobahn 4 informieren. Auch Rundfahrten mit geländegängigen Bussen wurden angeboten.

Mit dem "Tag der offenen Baustelle" schaffe RWE weitere Transparenz bei den umfangreichen Bauarbeiten, die sich über viele Kilometer zwischen Merzenich und Sindorf erstreckten, sagte Dr. Lars Kulik, Leiter Braunkohleplanung und -entwicklung bei RWE Power. "Ich möchte allen Anwohnern für ihr Verständnis und ihre Akzeptanz danken, denn trotz zahlreicher Maßnahmen lassen sich nicht alle Beeinträchtigungen vermeiden."

Auf rund 15 Kilometern muss die Hambachbahn, mit der die Kohle aus dem Tagebau in die Kraftwerke transportiert wird, verlegt werden. Anfang 2008 war damit begonnen worden. Alle Brücken zur Überführung der bestehenden Straßen, Gewässer und Leitungen sind hergestellt. Auch der Erdbau und die Verlegung der Gleise ist abgeschlossen. Zudem wurde der 270 Meter lange Hambachtunnel gebaut, durch den die Bahn unter die neue Trasse der Autobahn zwischen Manheim und Geilrath geführt wird. Es fehle nur noch die Elektrik, erläuterte Martin Köther von RWE. "Im Frühjahr 2013 soll hier der erste voll beladene Kohlezug fahren."

Im Zeitplan liegen auch die Arbeiten an der neuen Trasse für die A 4, wie Edgar Klein, Leiter des Landesbetriebes Straßen in Euskirchen, sagte. So seien die Lärmschutzwände für Buir schon fertig. Die Eröffnung der Autobahn, die auf eine Strecke von 13 Kilometern verlegt und auf sechs Spuren verbreitert wird, sei nach wie vor für die zweite Jahreshälfte 2014 geplant.

Auch Josef Kraus, Josef Fröbrich und Erich Hinz waren zum Tag der offenen Baustelle gekommen. "Wir sind aus Buir und wollen uns informieren", meinen sie. Die 45-minütige Rundfahrt mit dem Bus hat ihnen besonders gut gefallen. "Uns ist alles wunderbar erklärt worden."

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Quelle: Kölner-Stadtanzeiger vom 30. Juni 2012

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Erste Weiche für neuen Block in Niederaußem

VERFAHREN RWE sichert Stilllegung von alten Anlagen zu

Bergheim/Köln. Bei der Bezirksregierung in Köln ist die erste Weiche für den Bau eines neuen Kraftwerksblocks in Niederaußem gestellt. Der Regionalrat hat beschlossen, das Verfahren zur Änderung des Regionalplans einzuleiten. Diese Änderung ist Voraussetzung für die Genehmigung des Braunkohlenkraftwerks BoA plus, das der Energieversorger RWE am Kraftwerk Niederaußem errichten will. RWE Power, das das Verfahren im Herbst 2011 angeregt hatte, begrüßte die Entscheidung.

Das Unternehmen will dort auf einem 23 Hektar großen Acker einen neuen Kraftwerksblock errichten. Man hoffe, "dass die Regionalplanänderung wie auch die weiteren Genehmigungsprozesse innerhalb der nächsten beiden Jahre abgeschlossen werden können", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme von RWE Power.

Zuvor hatte es Zusagen des Unternehmens gegeben. "Dies betrifft in erster Linie die reduzierte Kühlturmhöhe, den geringeren Flächenverbrauch sowie einen verbindlichen Zeitplan für die Stilllegung und den Rückbau alter Kraftwerksanlagen", teilt die CDU-Fraktion im Regionalrat mit. RWE habe angekündigt, bis Ende 2012 an den Standorten Neurath, Frimmersdorf und Weisweiler alle 150-Megawatt-Blöcke endgültig stillzulegen. In Niederaußem sollen nach Beginn des Betriebs von BoA plus alle 300-Megawatt-Blöcke stillgelegt werden.

Gegen den Kraftwerksbau hatten zahlreiche Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace oder "ausgeCO2hlt" mit einer Mahnwache vor der Bezirksregierung protestiert. Sie forderten einen sofortigen Ausstieg aus der Kohleverstromung.(dv)

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Quelle: Kölner-Stadtanzeiger vom 30. Juni 2012

 

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FRECHEN - PULHEIM - HÜRTH

Initiative gegen weiteren BoA-Block

REGIONALRAT Entscheidung zur Erweiterung 

VON MARIA MACHNIK

 

Pulheim. Die Freie Wählerinitiative ist strikt dagegen, dass der Energieriese RWE Power auf weiteren 23 Hektar in Bergheim-Niederaußem einen BoA-plus-Block errichtet. Vom Regionalrat, der heute tagt und über die von RWE

beantragte Erweiterung zu entscheiden hat, erwartet das Gremium ein entsprechendes Signal.

"Wir sind nicht grundsätzlich gegen Braunkohlekraftwerke, aber wir sind gegen eine Zentrierung an den Standorten Niederaußem und Neurath", sagt Norbert Tillmanns. Braunkohlekraftwerke würden für den Übergang gebraucht, bis die Energiewende geschafft sei, ergänzt Heinrich Dubenkropp.

In Neurath seien zwei neue BoA-Blöcke in der Erprobung, nun wolle RWE auch noch einen BoA-plus-Block in

Niederaußem bauen. "Die Freie Wählerinitiative ist dagegen." Im Gegenzug fordert die Gruppe dass RWE den

BoA-plus-Block in Frimmersdorf errichtet. Das Unternehmen habe vor Jahren zugesagt, es werde alte Anlagen in

Frimmersdorf abschalten. Tillmanns: "Das Versprechen hat RWE aber nicht eingehalten." Würde das Unternehmen seiner Verpflichtung nachkommen, die alten Blöcke abschalten und abreißen, dann wäre auf dem Werksgelände in Frimmersdorf der Platz da, den für Niederaußem beantragten BoA-plus-Block zu errichten.

Der Standort Frimmersdorf wäre aus Sicht der Wählerinitiative, die in den vergangenen Jahren 3600 Stimmen gegen das Erweiterungsvorhaben von RWE gesammelt hat, eine kleine Erleichterung für die Bürger Pulheims. Da Winde aus West-Nordwest in der Stadt vorherrschten, sei die Stadt fast täglich dem besonders schädlichen Feinstaub ausgesetzt.

Außerdem werde viel Kohlendioxid frei. "Pro Jahr steigen mehr als 80 000 Tonnen CO2 aus den Kühltürmen auf", sagt Tillmann. Es werde noch schlimmer, wenn die neuen Blöcke in Neurath ans Netz gingen.

Von den Politikern der CDU, der FPD und des Bürgervereins in Pulheim erwartet die Initiative, dass sie sich "überhaupt einmal" äußern. Es reiche nicht immer, zu sagen, die Stadt habe keine Entscheidungsbefugnis, die Politiker müssten sich positionieren.

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Quelle: Kölner-Stadtanzeiger vom 29. Juni 2012

 

 

 

VON NORBERT KURTH
 

 

 

Bergheim-Niederaußem/Köln. Zweimal, 2003 und 2007, hat der Regionalrat bei der Kölner Bezirksregierung die Änderung des Regionalplans auf Antrag von RWE Power abgelehnt. Zu groß, zu viel Flächenverbrauch, zu viele Rauchschwaden. Das, so hatte der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Stefan Götz, damals gesagt, entspreche nicht den Zielen zum Kraftwerkserneuerungsprogramm. Am Freitag hat das Gremium nun mit breiter Mehrheit grünes Licht für den Bau eines neuen Braunkohlekraftwerksblocks auf einer Fläche von 23 Hektar in Bergheim-Niederaußem gegeben. "Die Entscheidung stellt die Voraussetzung zur Fortführung der Kraftwerkserneuerung im Rheinischen Revier dar", kommentierte Lars Kulik, Leiter der Braunkohlenplanung bei RWE, die Entscheidung. Während Umweltschützer vor der Kölner Bezirksregierung gegen die Planänderung protestierten, herrschte im Plenarsaal bei SPD, CDU, FDP und Freien Wählern Übereinstimmung.

 

Keine Bauentscheidung

 

Nur Grüne und Linke widersprachen der Planänderung. Für RWE Power ist damit eine wichtige Hürde auf dem Weg zum Bau des neuen Braunkohlenkraftwerks mit optimierter Anlagentechnik der neuesten Generation (BoAPlus) gefallen. Ob das 1000-MW-Kraftwerk, das alte 300-MW-Blöcke gleicher Kapazität ablösen soll, tatsächlich gebaut wird, steht damit längst nicht fest. Falls auch die folgenden Hürden, die kommunale Bauleitplanung und ein Verfahren nach Bundesemissionsschutzgesetz, noch genommen werden, entscheidet allein die Wirtschaftlichkeit über das Projekt. Vor Ende 2014 sei daher nicht mit einer Entscheidung zu rechnen, so Kulik.

Sollte der Bau aber beschlossen werden, würde der Doppelblock voraussichtlich 2017 den ersten Strom ins Netz liefern. Zufrieden mit der Entscheidung zeigt sich der Landtagsabgeordnete und Kreisparteivorsitzende der Rhein-Erft-SPD, Guido van den Berg. "Angesichts der Energiewende brauchen wir Kraftwerke, die flexibel einspringen können, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht." Das Kraftwerk reduziere den Kohlendioxid-Ausstoß bei gleicher Stromerzeugung um drei Millionen Tonnen gegenüber den Altanlagen.

 

Nur mit Braunkohle

 

 

"Das ist eine Entscheidung, über die wir alle sehr froh sind", sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Willi Zylajew. "Die Energiewende kann nur mit der Braunkohle vollzogen werden." Zylajew hofft, dass RWE bei der Auftragsvergabe daran denkt, "dass diese Region auch Lasten trägt". Harald Könen, der Vorsitzende des Betriebsrats im RWE-Kraftwerk Niederaußem, spricht von "einem guten Tag für die Kraftwerksbelegschaft". Das Kraftwerk diene der Sicherung der Arbeitsplätze für mehrere Jahrzehnte und der Umwelt, weil die alten Anlagen abgeschaltet würden. Könen sieht gute Chancen für den Kraftwerksbau: "Wir werden die regenerativen Energien weiter nach vorne treiben. Die Braunkohle bleibt dabei eine wichtige Stütze." Umweltschützer, Linke und Grüne hatten gegen den Beschluss protestiert. Für die grüne Jugend im Kreis ist die gefällte Entscheidung "kaum zu fassen."

Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 6. Juli 2013 

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